Ist Kaffee eigentlich gesund oder nicht?

Eine gute Frage, die wieder mal nicht nur mit Ja oder Nein beantwortet werden kann.
Warum trinkt Mensch eigentlich Kaffee?
Ich glaube, es ist mehr, als das es einen nur wach machen soll. Das funktioniert bei mir übrigens nicht, außer, wenn ich ihn nachmittags trinke. Aber dann weiß ich auch nicht, ob nicht mein Unterbewusstsein auf nicht schlafen bei Kaffee trainiert ist.
Rückblickend kann ich sagen, dass es mir in meiner Krankenhauszeit glaub ich, einen gewissen Halt gegeben hat. Vielleicht übertrieben, aber eine warme Tasse, an der man sich festhalten konnte, und der erste warme Schluck, der die Kehle herunterrinnt. Es verbindet auch mit dem ‘zuhause in der Kindheit’
Tee hat eine ganz andere Konsistenz. Obwohl dieser auch sehr gut tut. Aber es ist die Gewöhnung, die Konditionierung meines Schweinehundes. Damit ist man aufgewachsen, es begleitet einen durch den Alltag und die Werbung tut ihr Übriges.
Warum trinkst du Kaffee?
Ist Kaffee gesund? Meine Meinung dazu:
- Die rohe Kaffeebohne ist reich an Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen. Dazu gehören unter anderem Magnesium, Kalium, B Vitamine, sowie zahlreiche Antioxidantien. Diese sekundären Pflanzenstoffe können dazu beitragen, sogenannte Oxidantien – freie Radikale im Körper zu neutralisieren und damit Zellen zu schützen.
- Kaffee kann zu erhöhter Wachsamkeit, gesteigerter Energie, verbessertem Fokus und erhöhter Stoffwechselaktivität führen.
- Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen*, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für die neurodegenerative Erkrankung Parkinson in Verbindung stehen kann. Das hat mit dem Einfluss auf das Darmmikrobiom zu tun und somit auf die Darm – Hirn-Achse.
Soweit zum positiven Effekt. Aber, …
Damit aus der grünen Kaffeebohne das aromatische Getränk entsteht, müssen die Bohnen geröstet werden. Während dieses Prozesses entstehen allerdings auch sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Diese Stoffe werden mit verschiedenen Alterungsprozessen und Entzündungsreaktionen im Körper in Verbindung gebracht. Und sie haben einen störenden Einfluss auf die Nieren. (Dazu zählen auch Getoastetes, Bratkartoffeln,…
Morgens gegen 4 Uhr steigt der natürliche Cortisolspiegel im Körper an und löst das Schlafhormon Melatonin ab. So kannst du morgens energievoll in den Tag starten. Dazu braucht Mensch keinen Kaffee, der Körper regelt das von selbst. Deshalb ist Kaffee eigentlich rausgeschmissenes Geld.
Folgendes ist größtenteils nicht wissenschaftlich bewiesen, aber manchmal weiß ich ehrlich gesagt nicht, welche gegenteilig behaupteten Studien nicht der Kaffeeindustrie gefallen. Denn immerhin werden ca. über 13 Milliarden Liter Kaffee pro Jahr in Deutschland konsumiert. Was da alles dran hängt: Die Coffe to go Becher mit dem Plastiküberzug innen, Cafes, Kaffeeautomaten, Nespressokapseln,….
Meine ganz persönliche, unwissenschaftliche Überlegung:
Koffein wirkt anregend auf das zentrale Nervensystem. Es kann die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin aus der Nebenniere fördern. (Das stimmt). Besonders bei Menschen, die bereits unter starkem Stress stehen, kann Kaffee die Aktivität der Nebennieren zusätzlich stimulieren. Und wer trinkt viel Kaffee? Der Gestresste.
Damit treibt er den sowieso erhöhten Cortisol – und Adrenalinspiegel nach oben und wird noch angespannter, nervöser und katapultiert sich in einen erhöhten Stressmodus. Da Cortisol und Adrenalin Gegenspieler von Insulin sind, werden die Zuckerspeicher geöffnet, dieser sammelt sich im Blut, das Insulin wird massig produziert und sorgt damit für Süßgelüste. Auf Dauer schwächt das Verhalten das Immunsystem und erhöht die Anfälligkeit für Diabetes.

Abgesehen davon ermüden die Nebennieren, die unter Dauerproduktion steht. Müdigkeit, Erschöpfung, innere Unruhe können die Folge sein. Das sorgt dafür, dass man noch mehr Kaffee trinkt.
Dazu kommen noch ggf Energydrinks, deren Wirkung in Mengen getrunken, nicht zu unterschätzen sind. Es ist erschreckend, wie diese Getränke gedankenlos konsumiert werden.
Ich als gebürtige Brasilianerin, bin zwar ein Fan von Guaraná, aber auch da gilt: Alles in Maßen:
Guaraná enthält zwar mehr Koffein, lässt aber den Spiegel langsam über mehrere Stunden ansteigen. Theobromin, Theophyllin, (kann die Atemwege erweitern) Tannine, Saponine, Catechine, Magnesium, Kalium, Vitamin B1, Vitamin B3.
Es gibt sicher noch viel mehr über Kaffee zu sagen. Letztendlich gilt, wie bei Allem:
Informiere dich, was du in dich hineintust. Entscheide mit jedem Schluck, warum du es trinkst und ob es dir gut tut. Bzw., ob es deinem Körper gut tut. Denn wenn es nur deinem Schweinehund gefällt, heißt es noch lange nicht, dass deine Nieren nicht schon am Limit sind.
Übrigens: Gute Nierenwerte sagen nichts darüber aus, wie es deinen Nieren wirklich geht. Denn die Werte steigen erst an, wenn es ihnen richtig dreckig geht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Nebennieren sitzen wie Hütchen auf den Nieren und haben wichtige hormonelle Aufgaben. Stehen natürlich unter der strengen Kontrolle des Hypothalamus im Gehirn.

*Quelle: Ross GW et al. (2000). Association of coffee and caffeine intake with the risk of Parkinson disease. JAMA.
Qi H., Li S. (2014). Dose-response meta-analysis on coffee, tea and caffeine consumption with risk of Parkinson’s disease. Geriatrics & Gerontology International.
Zhao Y. et al. (2024). Association of Coffee Consumption and Prediagnostic Caffeine Metabolites With Incident Parkinson Disease. Neurology.
Hong CT et al. (2020). The Effect of Caffeine on the Risk and Progression of Parkinson’s Disease: A Meta-Analysis. Nutrients.
Reviews zu Kaffee und neurodegenerativen Erkrankungen.














